Marktupdate 25.03.2026

Steigende Zinsen: Warum wir das Anleihenportfolio jetzt aktiv anpassen

BB
Bastian Burmeister

Die aktuellen Entwicklungen an den Märkten zeigen einmal mehr, wie eng Geopolitik und Kapitalmärkte miteinander verknüpft sind. Spannungen rund um den Iran, Unsicherheiten in der Straße von Hormus und steigende Ölpreise wirken wie ein Brandbeschleuniger für Inflationserwartungen. Gleichzeitig geraten Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve unter Druck, eine restriktivere Geldpolitik zumindest länger aufrechtzuerhalten – oder sogar weiter nachzuschärfen.

Für den Anleihemarkt ist dieses Umfeld alles andere als entspannt. Steigende Inflationserwartungen führen zu steigenden Zinsen – und genau das ist Gift für bestehende Anleihen. Denn: Wenn neue Anleihen mit höheren Zinsen ausgegeben werden, verlieren ältere Papiere mit niedrigeren Kupons an Attraktivität. Die Folge sind fallende Kurse.

Wie stark Anleihen auf solche Zinsbewegungen reagieren, hängt maßgeblich von ihrer sogenannten Duration ab. Sie beschreibt die Zinssensitivität eines Wertpapiers – also wie empfindlich der Kurs auf Veränderungen des Zinsniveaus reagiert. Je länger die Laufzeit, desto stärker die Ausschläge. Langlaufende Anleihen können bei steigenden Zinsen deutlich an Wert verlieren, während kurzlaufende Titel wesentlich stabiler bleiben. Genau hier liegt der entscheidende Hebel in der Portfolio-Steuerung. In einem Umfeld steigender oder unsicherer Zinsen ist es aus unserer Sicht nicht sinnvoll, Zinsrisiken einfach hinzunehmen.

Im Rahmen unserer Dynamischen Asset Allocation reduzieren wir daher gezielt die Duration im Defensiv- und Wachstums-Portfolio. Statt langfristiger Zinsbindungen setzen wir verstärkt auf kurzlaufende Anleihen und flexible Zinsinstrumente.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Floating Rate Notes (FRNs). Diese Anleihen passen ihre Verzinsung regelmäßig an das aktuelle Marktzinsniveau an. Steigen die Zinsen, steigen auch die laufenden Erträge. Gleichzeitig bleibt das Kursrisiko im Vergleich zu klassischen Anleihen deutlich begrenzt.

Unser Ansatz ist damit bewusst proaktiv: Wir betrachten Anleihen nicht als statischen Baustein, sondern als aktiven Risikofaktor, der laufend an das Marktumfeld angepasst werden muss.